Testbericht AfterShokz Trekz Titanium: Mit den Knochen hören

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Wenn du beim Laufen mit Musik unterwegs bist, stellt sich nicht nur die Frage nach dem „Was“ (du hörst), sondern auch nach dem „Womit“ – sprich dem Equipment. Kopfhörer sind heute unser Thema und hier scheiden sich die Geister, nicht zuletzt aufgrund der fast grenzenlosen Auswahl: In ear, On ear, mit Kabel oder Wireless, High End oder „gut und günstig“, weil ist ja nur zum Laufen … Und wäre das nicht schon genug, wirft nun auch noch die Firma Aftershokz mit dem neuen Trekz Titanium ihren Hut in den Ring – das allerdings mit einem völlig neuen und durchaus spannenden Ansatz.

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Das Besondere an den Trekz ist, dass man sich nichts in die Ohren stöpseln oder draufsetzen muss: Kopfhörer, die AM Ohr liegen und nicht darauf oder darin. Wie soll das gehen? Das Ganze funktioniert über „Bone Conduction“: Die Lautsprecher sitzen auf den Wangenknochen an den Ohren. Ursprünglich für das Militär entwickelt, soll diese Technik dazu führen, dass man auch Umgebungsgeräusche wahrnimmt, also quasi „doppelt“ hört. Daher wird diese Art der Kopfhörer auch „Open ear“ genannt.

Trekz Titanium Unboxing

Im Lieferumfang enthalten sind:

  • der Trekz Titanium Kopfhörer (mit 36 g angenehm leicht)
  • ein Micro-USB-Ladekabel (für 6 Stunden ununterbrochenen Sound oder 10 Tage Standby)
  • zwei sogenannte „Fitbands“ zur indivduellen Anpassung
  • ein Paar Ohrstöpsel
  • ein Beutel zum Verstauen
  • eine Kurzanleitung auf Englisch

Die Inbetriebnahme

Der flexible Bügel des Kopfhörers ermöglicht einen komfortablen Halt. Die Lautsprecher werden quasi „über die Ohren gehangen“ und liegen unterhalb des Ohrs am Schädelnochen auf. Am Anfang ist man beim Aufsetzen etwas irritiert, weil die Platzierung ungewohnt ist. Aber spätestens beim zweiten Mal ist das ganz selbstverständlich. Das Schöne: Aufgrund der einwandfrei arbeitenden Bluetooth-Übertragung (v4.1) entfallen lästige Kabel, sodass du maximale Bewegungsfreiheit genießt.

Die Grundeinrichtung, das so genannte „Pairing“ der Kopfhörer mit deiner Audioquelle (in unserem Fall das aktuelle iPhone) funktioniert so wie beschrieben und kinderleicht: Den Powerknopf für 5 Sekunden gedrückt halten, um den Kopfhörer in den „Pairing-Modus“ zu versetzen, Bluetooth an der Audioquelle aktivieren und auf „Suchen“ stellen, den Trekz Titanium auswählen – fertig.

Überhaupt Knöpfe: Es gibt deren zwei; neben dem Powerknopf, mit dem du auch die Lautstärke nach oben regelst und den Equalizer einstellst, liegt der Antagonist fürs leiser stellen. Daneben findest du die Öffnung für den Micro-USB-Anschluss und wiederum daneben eine kleine LED-Leuchte. Diese gibt dir verschiedene Signale, vor allem beim Laden. An den Enden, den Kopfhörern, schließlich gibt es auf der rechten Seite ein Mikrofon (du kannst mit dem Kopfhörer auch prima telefonieren). Auf der linken Seite ist eine Multifunktionstaste angebracht. Sie dient beispielsweise für die Annahme eines Telefonats und zum Auflegen, als Pausetaste oder um zum nächsten Song zu springen.

Die Praxis

Wenn du den Kopfhörer das erste Mal aufgeladen (das dauert ca. 1,5 Stunden) und die eben beschriebenen Schritte durchgeführt hast, ist der Zeitpunkt gekommen, um den Klang zu testen – bei einem Kopfhörer natürlich essenziell und immer ein spannender Moment. Überraschenderweise „hört“ man mit dem Trekz Titanium genau so, wie mit einem Kopfhörer, der ins Ohr geht.

Die Klangqualität in Stereo ist hervorragend. Die Bedienbarkeit ist einfach und funktioniert auch während eines Laufs gut – hier hat man die Wahl, ob man „hinter dem Ohr“ bedient oder am Telefon. Hervorragend und besonders erwähnenswert ist der Bedienknopf auf der linken Seite des Ohrbogens. Mit diesem lassen sich unter anderem auf einfache Weise Telefonate annehmen und beenden. Wer gerne etwas mehr Bass hätte, wechselt mit dem Equalizer ins andere „Programm“ (zwei gibt es insgesamt).

Beim „Trockenhören“, also ohne zu laufen, spürt man deutlich eine kleine, permanente Vibration am Knochen. Das ist ein etwas unschönes Gefühl, was allerdings im „Live-Modus“, also beim Laufen, überhaupt nicht mehr auftritt. Sicherlich hängt das auch davon ab, welche Art Sound du hörst (Musik oder Hörspiel oder Metal Punk) und wie laut.

Der Tragekomfort

Die Kopfhörer halten auf dem Kopf über die mit einem Titanband verbundenen Bögen hinter beiden Ohren. Hier sind auch die Batterie, der Ladeanschluss sowie die Bedienfunktionen untergebracht. Das Konstrukt ist leicht und stört beim Laufen überhaupt nicht. Wer etwas druckempfindlich ist, wird allerdings ab einer Distanz von 10 Kilometern hin und wieder die Positionierung der Hörer verändern. Das flexible Titanband dürfte sich jeder Kopfgröße problemlos anpassen und macht den Eindruck, dass es sich auch nach mehrmaligem Gebrauch „nicht verbiegen“ lässt. Alles in allem ist die Verarbeitung hochwertig, dem Preis angemessen.

Outdoor

Eine Besonderheit – und auch ein eindeutiges Unterscheidungskriterium zu anderen Kopfhörern – ist die Tatsache, dass die Ohren komplett frei bleiben. Das bietet naheliegende Vorteile: Weil man Umgebungsgeräusche klar wahrnimmt, kann man rechtzeitig reagieren, zum Beispiel im Straßenverkehr oder bei Hundegebell oder aber auch bei großen Volksläufen, wenn man seinen Mitläufern nicht in jeder Kurve direkt vor die Füße laufen möchte. (So geschehen beim letzten SportScheck-Lauf von einer Musik hörenden Läuferin im Zick-Zack-Modus …).

Und allein zu wissen, dass man „hört, obwohl man hört“ sorgt für ein sicheres Gefühl – auf der Straße oder wenn man mal alleine im Park oder im Wald unterwegs ist. Für den Fall, dass man aus irgendwelchen Gründen auf Umgebungsgeräusche verzichten möchte – beispielsweise im Flugzeug – kann man auf die beiliegenden Ohrstöpsel zurückgreifen 😉

Eine interessante Erfahrung haben wir beim Testen auf einem Deich an der Ostsee gemacht: Während hier herkömmliche Kopfhörer bei starkem Gegenwind versagt haben, konnte man mit dem Trekz Titanium immer noch Musik hören. Zwar ist der Wind natürlich direkt ins Ohr gegangen, aber der Sound eben auch über die Knochen – das war schon recht beeindruckend.

Telefonieren

Auch im Büro gibt man mit dem leuchtend blauen Trekz Titanium eine gute Figur ab. Man kann ihn nämlich ganz hervorragend als Freisprechanlage fürs Telefonieren nutzen. Die Hörqualität ist hervorragend und aufgrund des geräuschunterdrückenden Mikrofons ebenso die Sprachqualität. Man hat beide Hände frei und muss das Telefon nicht in der Hand halten. Von der bequemen Sitzhaltung einmal ganz zu schweigen 😉 Wählt man die dunklere Variante, ist man sogar noch etwas unauffälliger unterwegs.

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Fazit

Der Trekz Titanium von Aftershokz ist ein klasse kabelloser Bluetooth-Kopfhörer, der uns mit Sicherheit eine ganze Weile bei unseren Läufen begleiten wird. Die neue Technologie weiß zu überzeugen – im Alltag und beim Sport. Der Sound ist für Freizeitaktivitäten mehr als passabel; Akustik-Fetischisten werden sicherlich zu anderen Alternativen greifen. Auch beim AfterShokz Trekz Titanium gilt, wie beim In Ear Kopfhörer MIIEGO AL 5+ perform, dass er noch interessanter werden dürfte, wenn Apple beim iPhone 7 und wahrscheinlich auch andere Smartphone-Hersteller tatsächlich keinen Kabelanschluss am Telefon mehr vorsehen.

Den Kopfhörer findest du für hier bei Amazon oder für 129,99 USD direkt beim Hersteller. Erhältlich ist der Trekz Titanium in den Standardfarben Ocean (blau/schwarz), Ivy (hellgrün/schwarz) und Slate (grau/schwarz) sowie in der Special Edition „Pink“, bei der bis zum 31. Oktober 25 % des Betrags an die Organisation „Bright Pink“ gespendet werden.

Die Aftershokz Trekz Titanium Kopfhörer wurden uns vom Hersteller kostenlos zum Testen zur Verfügung gestellt. Auf das Testergebnis hatte diese Tatsache keinen Einfluss.

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5 Kommentare

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  4. Das ist schon ein sehr interessantes Konzept und wusste zunächst gar nicht recht, was ich davon halten sollte. Der Komfort ist für mich auch ganz gut. Mit Sonnenbrille gibt es aber kleine Probleme. Der Klang ist für Läufer auch ganz gut, aber klar, wer sich perfekten Musikgenuss wünscht, wird zu anderen greifen.

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