#Lassehatteweihnachtsfeier – Der dritte Teil

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Lauftagebuch, Teil drei

Freitag, 04.03.2016

Die Spielansetzungen für die kommende Tennissaison werden veröffentlicht. Das ist deshalb von Interesse, weil ich Tennis spiele. Jedenfalls geht es grob in diese Richtung. Ich gebe mir auf jeden Fall Mühe, zumindest bis es anstrengend wird. Am Tag des 25 km-Laufs ist um 15.00 Uhr unser erstes Heimspiel angesetzt. Stört mich gar nicht. Lauf ich halt nicht.

Sonntag, 06.03.2016

Ich berichte meiner Frau von meinem Entschluss, zu Gunsten der Mannschaft auf den 25 km-Lauf zu verzichten. Sie weist mich darauf hin, dass wir zwölf Mann im Team seien und ich nicht nur regelmäßig keine Laufschuhe an-, sondern seit drei Monaten auch keinen Tennisschläger in der Hand gehabt habe. Sie erwarte am 15. Mai einen laufenden Ehemann, die Sache mit dem Training solle auch optimiert werden und im Übrigen brauche sie mindestens ein paar neue Schuhe, habe zudem lange keine Blumen mehr bekommen und auch der Geschirrspüler müsse endlich mal ausgeräumt werden. Ich brauche zwei Minuten, um mir meine Antwort so hinzubiegen, dass ich mir einreden kann, sie entspräche genau meinem Willen.

Auf jeden Fall weiß ich jetzt, dass ich laufen muss. Munter schreibe ich eine Mail an Marcel und Lars. Ich führe aus, dass es in Anbetracht der Tatsache, dass wir nun am selben Tag Laufen und Tennisspielen müssten, an der Zeit sei, mit dem Training zu beginnen. Ich erhalte ausweichende bis gar keine Antworten. Kann man einen so offensichtlichen Scherz missverstehen? Glaubt ernsthaft jemand, an einem Tag nacheinander Tennis spielen und laufen zu müssen? Ich will doch lediglich wissen, wofür sie sich entschieden haben – egal ob freiwillig, als Opfer subtilster Nötigung oder wie bei mir durch schlichte Ignoranz des Partners. Und ob wir es gegebenenfalls schaffen, vorher einmal zusammen zu trainieren.

Montag, 14.03.2016

Inzwischen kenne ich die Antworten und weiß, dass ich alleine laufen werde. Marcel ist verletzt und Lars kneift. Zeit, ernst zu machen und sich anzumelden. Erstmalig nutze ich eine Kreditkarte am PC und es funktioniert. War gar nicht schwer. Ich schreibe eine Rundmail, um die Welt an meinem Erfolg teilhaben zu lassen, kann mich aber im letzten Augenblick davon abhalten sie loszuschicken und mir bescheuerte Antworten einzufangen. Reiner Selbsterhaltungstrieb, das hat die Natur super eingerichtet. Schon eine tolle Welt, das hier alles. Kann man ruhig auch mal sagen.

Mittwoch, 23.03.2016

Ich gebe es zu: Ich freue mich auf den Lauf. Vor 10 Minuten habe ich erfahren, dass der Zieleinlauf in das Olympiastadion durch das Marathontor führt, wo Musik in einer Lautstärke durch die Katakomben hallt, dass einem die Ohren wegfliegen. Das hört sich doch nett an, so muss das sein. Mal ein bisschen Stimmung im öden Läuferleben, das mich nun schon so lange begleitet. Negativ fällt auf, dass vor dem Konzert noch gute 24 km liegen, die nicht gehend absolviert werden wollen. Schweren Herzens beschließe ich, mit dem Training zu beginnen.

Fortsetzung folgt …

#Lassehatteweihnachtsfeier – Lauf-Tagebuch von einem, der auszog ein Läufer zu werden

Lasse läuft und Lasse schreibt – über seinen unmenschlichen Weg zu einer außergewöhnlichen Leistung. Der über Jahre im Breitensport erfolglos agierende Autor macht den Menschen in diesem Land Hoffnung. Seine These: Auch Sie können aus Ihrem Hier und Jetzt ausbrechen und als prinzipiell mittelmäßiger Hobbysportler eine annehmbare Leistung vollbringen.

Natürlich werden die Wenigsten den gleichen Weg gehen. Das ist wie mit Kochsendungen: Die Gerichte kocht auch keiner nach. Aber der Wille zählt, der Berg ruft. Und nicht vergessen, immer an das olympische Motto denken: Man muss nicht unbedingt der Beste sein. Es reicht völlig, wenn man gewinnt.




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