Berlin Marathon-Recap: Annikas Lauf-Tagebuch

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Ganz Autoren, haben wir es dieses Jahr dabei belassen, ausführlich rund um den Berlin Marathon zu schreiben.

Das hat uns einerseits riesigen Spaß gemacht, andererseits haben wir festgestellt, dass uns etwas fehlt.

Denn man kann sich zwar erfolgreich über Dinge äußern, die man nicht selbst erlebt hat (Udo Jürgens zum Beispiel über New York), aber so richtig authentisch wird’s natürlich erst „aus der Mitte heraus“.

Runifico-Lauftagebuch

An dieser Stelle hat uns das Glück gleich zweimal unter die Arme gegriffen: Zum einen ist Annika den Berlin Marathon gelaufen, zum anderen ist Annika mit uns bekannt – und hat sich bereit erklärt, ihre ganz persönlichen Lauf-Eindrücke mit uns (und demzufolge auch mit dir) zu teilen 🙂

Berlin-Marathon – Fest für Läufer und für Zuschauer

Gefragt, was denn der Berlin Marathon für sie bedeute, sagt Annika: „Ich bin auf einem Fest und ganz Berlin feiert im herbstlichen Sonnenschein! Für mich persönlich ist es zweifelsohne der größte sportliche Erfolg!“ Und: „Es lief für mich persönlich perfekt – von Beginn an bis zum Ziel.”

Wenn so das Fazit ausfällt, interessiert uns unbedingt der Weg dorthin – zusammengefasst in Annikas 10 Stufen eines glücklichen Marathons:

  • Vor dem Lauf: Die Vorbereitungen laufen sehr gut, vor allem die Ruhephase habe ich rechtzeitig eingeplant. Die Gelassenheit, dies zu tun, geben mir gute Freunde und andere Laufbegeisterte!
  • Optimismus am Start: Die Anspannung baut sich in den letzten Tagen sukzessive auf. Als ich im Startblock stehe, bin ich einerseits komplett gelassen, andererseits auch glücklich, nun gleich gesund und munter in den Lauf zu gehen. Endlich kann ich zeigen, was ich drauf habe! Die Atmosphäre vor dem Start ist ein Cocktail der Emotionen: Anspannung, Glück, Freude – ich bin wie ein Pferd in der Startbox. Der Kopf ist frei und schon fliegen die gelben Ballons – ich habe das Gefühl, ich darf fliegen – es fühlt sich so leicht an …
  • Optimismus nach dem Start: Ich gehe schneller auf die Strecke als geplant (Schnitt 4.25 statt 4.30) und denke: Egal. Wenn der Punkt kommt, dann kommt er. Aber er kommt nicht, und meine Sicherheit und mein Selbstvertrauen steigen!
  • Freunde an festen Streckenpunkten: Meine Freunde an der Strecke stehen alle 5 km und ich könnte sie alle umarmen vor Freude. Happy Times über 5 km, 10 km, 21 km Zwischenzeiten; immer weiter die Glücksspirale hinauf. Schließlich beginne ich sogar, die  Zuschauer anzufeuern (insbesondere, wenn sie noch verschlafen sind …)
  • Mentale Stärke: Es gibt keinen einzigen Punkt auf der Strecke, an dem ich dem „Mann mit dem Hammer begegne“! Er ist einfach nicht da und ich sage mir: „Heute ist DER Tag. Nicht morgen, nicht übermorgen, nicht nächste Woche! Heute!“ Ich bin motiviert und werde motiviert!
  • Ab Km 35 läuft es immer besser: ein permanenter Wechsel von Lächeln, Weinen, Gänsehaut bekommen, Dauergrinsen – und alles zusammen.
  • Endspurt: Es kann kaum noch etwas schief gehen – jetzt „nur“ noch locker weiterlaufen, bis ins Ziel. Dort läuft es weiter – eine Träne vor Freude. Ich bin überglücklich und sehr dankbar! Diese Erinnerung bleibt für immer!
  • Zielparty:  Ein verdientes Bier und ordentlich zu Essen!
  • Regeneration: Mir geht es nun sehr gut, der Muskelkater kommt, das Lächeln bleibt: “Der Schmerz geht, der Stolz bleibt für immer”! Ich kann nur sagen, ich laufe weiter und werde mich nach einer kleinen Regenerationsphase neuen Zielen stellen, darauf freue ich mich schon jetzt.
  • Nächster Lauf: Zum Beispiel ein „entspannter“ 10km-Lauf (wenn es sein muss, auch gleich in persönlicher Bestzeit!)

Da bleibt uns nur zu sagen: „Herzlichen Glückwunsch zu dieser tollen Leistung, Annika!“ Und herzlichen Dank für diesen tollen Bericht, der sicherlich motivierend ist für viele, die selbst mit dem Gedanken spielen, einen Marathon zu laufen.

Annika
Annika läuft seit fünf Jahren. Zuvor war sie leidenschaftliche Volleyballspielerin. 2010 lief sie ihr Marathondebüt und sieht in allen allen Distanzen ein Laufabenteuer mit viel Freude und Spaß. Insgesamt blickt sie nun auf sechs erfolgreiche Marathonläufe zurück sowie auf einen Supermarathon (72,7 km Rennsteig), einen Polar-Night Halfmarathon (Tromsø, Norwegen), einen Gletscherlauf (Jølster, Norwegen) und den Zugspitz-Extremberglauf. Annika läuft im Schnitt 70 Kilometer in der Woche. In der Marathonvorbereitung kann das auch mal hochgehen auf 100 km bei fünf bis sechs Trainingstagen. Der Fokus für das kommende Herbst- und Wintertraining liegt auf Spaßläufen durch Laub und Schnee, dem Aufbau von Kraft sowie der Verbesserung der Koordination. Außerdem möchte Annika an ihrer Schnelligkeit arbeiten und gestärkt in die Frühjahrsaison 2016 starten.


Bildnachweis: (c) freeimages.com/PB van Geelen

 

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1 Kommentar

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